Lesemonat November

Besonders viel gelesen habe ich im November leider nicht, zwei Bücher habe ich beendet.

Streichquartett – Anne Enquist

Luchterhand Literaturverlag, München 2015
ISBN 9783630874678
Gebunden, 288 Seiten

Inhalt:
Kann Musik uns zu besseren Menschen machen? In einem Streichquartett kommt es auf jeden Einzelnen an, aber auch auf die Beziehungen untereinander. Und die vier Freunde, die abends auf einem Hausboot in Amsterdam zusammenkommen, um zu musizieren, kennen sich schon lange. Die Musik von Mozart oder Schubert hilft ihnen, ihr Leid kurz zu vergessen, den zuweilen tristen Alltag zu erhöhen oder zumindest vorübergehend auszublenden. Doch dann holt sie die Wirklichkeit eines Tages grausam ein …

Meinung:
Enquists Geschichte kommt ganz ohne künstliche Aufregung aus, es ist eine Geschichte aus dem Alltag, die mich in ihren Bann gezogen hat.

4 von 5 Sternen

Die Verschworenen – Ursula Poznanski

Loewe 2013
ISBN 978-3-7855-7921-3
464 Seiten

Inhalt:
In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann.

Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet.
Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen.

2. Teil der Eleria-Triologie

Meinung: Genauso wie der erste Teil der Triologie hat mich „Die Verschworenen“ von Anfang an gepackt. Vorallem der Bezug zum deutschsprachigen Raum spricht mich an und lässt mich noch mehr mit Ria, Aureljo und den anderen mitfühlen.

4 von 5 Sternen

 

Blogtour

BT Banner Projekt Traumtänzer von Sam LichtenbergHallo ihr Lieben,

wie im letzten Post bereits erwähnt, findet im Oktober eine Blogtour zu meinem Roman „Projekt Traumtänzer“ statt.

Fahrplan

2.10. Projekt Traumtänzer 
3.10. Marlon
Michelle von www.mimos-welt.de
4.10. Interview mit Sam Lichtenberg
5.10. Der Drahtseilakt
6.10. Liebe 
Bianca von www.bibilotta.de
Bewerbung bis einschließlich 8.10.2017 möglich
9.10. Gewinnerbekanntgabe

Gewinne: 

Hauptpreis: Teekollektion & 1x »Projekt Traumtänzer« von Sam Lichtenberg in Print

2.-3. Platz: 1x »Projekt Traumtänzer« von Sam Lichtenberg in Print

Ich bin gespannt, was die Teilnehmer daraus machen.

Lang, lang ist’s her

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Seit fast einem Jahr habe ich mich hier nicht gemeldet. Faktoren dafür gab es viele: Das Leben im Allgemeinen, das Studium im Allgemeinen und Prüfungsstress im Besonderen, und, vor allem: Frust.

Marketing-Versuche für Projekt Traumtänzer sind gescheitert und der Traum vom Self-Publishing lief ja mal überhaupt nicht so, wie ich mir das (naiverweise) erträumt hatte.

Doch wie viele berühmte Menschen haben in berühmten Reden Variationen von „Never give up“ gepredigt?

Ich würde mich nie freiwillig gegen das Schreiben entscheiden, wenn, dann gegen das Veröffentlichen meiner Texte und das Kämpfen dafür, dass sie gelesen werden.

Aber auch dagegen habe ich mich nicht entschieden. Seit ein paar Wochen ist eine neue Marketing Runde für Projekt Traumtänzer im Gang, der Beginn der Leserunde ist nur eine Frage von Tagen und im Oktober wird es eine Blogtour geben.

Hier wird es auch weitergehen, hoffentlich mit regelmäßigem Kontent zum Schreiben, Lesen und Leben.

Ich freue mich darauf.

Schreiblaunen #3 – November

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Hallo zusammen,

es ist Zeit für den nächsten Schreibrückblick, fieberherz‘ Schreiblaunen!

Woran ich gearbeitet habe

Endlich konnte ich an meinem NaNo Projekt arbeiten. Das offizielle NaNo-Ziel, 50.000 Wörter, habe ich zwar nicht erreicht, aber 30.000 Wörter in einem Monat sind mehr als zufriedenstellend und ich habe ohne ausnahme jeden Tag im November geschrieben.

Was sich als nützlich erwies

Mitstreiter_innen. Ohne die Motivation anderer Schreiberlinge, ob im Realen oder per twitter, wäre ich nicht so weit gekommen.

Zitat des Augenblicks

“Writers live twice.”
—Natalie Goldberg

Wie lief der NaNoWriMo bei euch? Habt ihr die 50.000 Wörter geschafft?

Take care,

Sam

Schreiblauen #2 – Oktober

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Hallo zusammen,

es ist wieder Zeit für meinen Schreibrückblick, fieberherz‘ Schreiblaunen!

Woran ich gearbeitet habe

Tatsächlich geschrieben habe ich nur knapp 600 Wörter. Shame on me! Zwei so nah habe ich nicht beendet, sondern abgebrochen. Mir hat die Verbindung zur Story gefehlt, das Brennen, von dem in dem Zitat des Augenblicks die Rede ist. Stattdessen habe ich weiter an meinem NaNo-Projekt geplottet und Stoff zu einer neuen Idee gesammelt.

Was sich als nützlich erwies

Ohne mein Notizbuch wäre ich verloren. Diesen Monat habe ich versucht, es im Sinne eines Bullet Journals umzustruktieren. Anstatt ohne jegliches System meine Notizen einzutragen, habe ich nun einen Index und jede Seite ist einem Thema bzw. einem Projekt gewidmet. Näheres könnt ihr hier darüber lesen.

Zitat des Augenblicks

“Let the world burn through you. Throw the prism light, white hot, on paper.”
—Ray Bradbury

Wie lief euer Oktober? Habt ihr euch auf den NaNoWriMo vorbereitet?

Take care,

Sam

Schreiblaunen #1 – September

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Banner von fieberherz

 

Der September ging in den Oktober über und der NaNoWriMo ist weniger als vier Wochen entfernt. Um euch an meinem Schreibprozess teilhaben zu lassen und selbst einen kleinen Monatsrückblich zu haben, werde ich nun (hoffentlich) regelmäßig bei den Schreiblaunen der lieben Steffi von fieberherz teilnehmen.

Woran ich gearbeitet habe

Offiziell habe ich am ersten „Akt“ (es ist kein Theaterstück, die Geschichte ist aber in drei Teile unterteilt) von Zwei so nah gearbeitet und 9.300 Wörter zu Papier gebracht. Ganz ehrlich waren mein Hirn und vorallem mein Herz aber damit beschäftigt, weiter an meinem NaNoWriMo Projekt zu plotten. Da ich außerdem nicht mitten im zweiten Teil von Zwei so nah im November ankommen und aufhören will, bremse ich mich selbst aus und schreibe nur den ersten Teil … der fast fertig ist.

Was sich als nützlich erwies

Ich habe eine Plotting-Methode ausprobiert, auf die ich über Pinterest gestoßen bin. Und zwar die Methode mit der J.K. Rowling die Handlung von Harry Potter, hier im speziellen Orden des Phönix, entwickelt hat. Während J.K. Rowling eine Tabelle auf Papier gezeichnet hat, habe ich das ganze mit excel gemacht, doch das Prinzip ist das gleiche: Neben Kapitelnummer, -titel und Zeitpunkt bekommt

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J. K. Rowlings Plottabelle (x)

jedes wiederkehrende Theme oder Person eine Spalte, in der in den jeweiligen Kapiteln eingetragen wird, was passiert. Ein nettes Beispiel: Kapitel 19, „xmas“, Spalte Dumbledore’s Army: „Sirius here, big reunion“. (Die Tabelle ist ein früher Entwurf in dem der Orden des Phönix noch Dumbledores Armee gewesen ist.)
Das Konzept gefällt mir und funktioniert, neben meinen Szene-Karteikarten, überraschend gut.

Das stört mich noch

Wie oben bereits erwähnt, möchte ich nicht Anfang November mitten in einem anderen Projekt stecken und das abbrechen müssen, da ich auf der anderen Seite unbedingt zum ersten Mal richtig beim NaNoWriMo mitmachen möchte. Deswegen verschiebe ich gerade alle größeren Projekte auf Dezember und danach, was dazu führt, dass ich gerade in einem wenig produktiven Loch stecke, während mich mein Hirn mit Ideen bombardiert, die ich alle direkt aufschreiben möchte. Wenn das so weiter geht, brauche ich mir bis 2018 keine Gedanken mehr um Ideen zu machen. Das wäre alles nicht so schlimm, käme ich mir dadurch nicht jetzt, in den Wochen vor November, so unproduktiv vor. Ich werde das Gefühl nicht los, kostbare Zeit verstreichen zu lassen, obwohl ich sie eigentlich nutze, um zu plotten und (halbherzig) am ersten Teil von Zwei so nah zu arbeiten. Geht es euch  da ähnlich? Habt ihr Erfahrungen oder Tipps?

Zitat des Augenblicks

„There is nothing to writing. All you do is sit down at a typewriter and bleed.“ – Ernest Hemingway

 

Repräsentation und so

Hallo zusammen,

nachdem die liebe Lux vor kurzem über Diversität im allgemeinen geschrieben hat, möchte ich heute über Diversität mit Fokus auf Behinderung schreiben.

In der fünften Klasse habe ich angefangen, Fanfiktion zu schreiben, kreatives Schreiben ist seitdem ein fester Bestandteil in meinem Leben. Bereits in meiner zweiten Fanfiktion gab es einen Protagonisten, der querschnittgelähmt war, mittlerweile besteht die Sammlung meiner Protas mit Behinderung aus ebenjenem Jungen mit Querschnittlähmung (plus 1 Nebenfigur in der Geschichte, ebenfalls Querschnitt), ein Junge, der durch einen Unfall erblindet, 3 Figuren mit Hemiparese, mehrere Nebenfiguren mit nicht näher spezifierten Behinderungen, einer Figur von Victor Hugo, die in einer Modern AU Cerebralparese hat (Diparese, Teilzeitrollifahrer) und mehreren Figuren mit psychischen Krankheiten. In meinem Debütroman „Projekt Traumtänzer“ gibt es ebenfalls eine Person mit Behinderung.

Wie ihr euch vielleicht denken könnt, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, dass in meinen Geschichten Menschen mit Behinderung auftreten und (so hoffe ich doch) ordentlich repräsentiert werden.

Vor einer Weile bin ich auf der Suche nach neuem Lesestoff durch den #diversebooks auf tumblr gescrollt, und habe mal wieder festgestellt, dass dort zu ca. 95% über LGBT+ Bücher oder Bücher mit POC geredet wurde. Behinderung? Fehlanzeige. Ich habe sogar eine Grafik gefunden, die das Problem veranschaulicht.

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Quelle: http://flavorwire.com/558171/book-publishing-is-as-almost-white-as-the-oscars abgerufen am 9.2.16

In 92% der 2015 veröffentlichen Büchern gibt es keine Charaktere mit Behinderung. In den Bereichen Race, Gender und Sexual Orientation gibt es zwar immer noch erschreckend wenig, aber dennoch mehr, Diversität. Aber das ist nicht alles:

Wenn es Charaktere mit Behinderung in Büchern gibt, dann heißt das noch lange nicht, dass keine Stereotypen reproduziert werden oder die Handlung oder die Darstellung des Charakters nicht ableistisch ist.

Fiona A. Kumari Campbell, Senior Lecturer in Disability Studies an der Griffith University in Brisbane, Australien, definiert Ableism als:

ein Netzwerk von Überzeugungen, Prozessen und Praktiken, das eine besondere Art von Selbst und Körper (…) erzeugt, und als perfekt, arttypisch und daher wesentlich und komplett menschlich projiziert. Behinderung ist dann ein minderwertiger Zustand des Menschseins (x, 22.9.16)

Da wären zum Beispiel das nichtbehinderte Mädchen, das den nonverbalen Jungen „rettet“ und ihm eine Möglichkeit gibt, zu kommunizieren. (Finding A Voice – Kim Hood) Oft ist die Behinderung die Handlung. Es dreht sich darum, die Behinderung nach einem Unfall zu akzeptieren, oder „trotzdem“ etwas zu leisten. In manchen Fällen gibt es sogar eine Wunderheilung.

Repräsentation ist wichtig und Menschen sind vielfältiger, als es in den Medien dargestellt wird. Und auch wenn ich nichtbehinderten Autor_innen, die über Charaktere mit Behinderung schreiben, erstmal kritisch gegenüberstehe, so gibt es doch auch positive Beispiele:

Monsterwochen von Ron Koertge, in dem es um Ben und das Erwachsenwerden geht, weniger um seine halbseitige Lähmung. Das Buch wurde 2005 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.
Nachruf auf den Mond von Nathan Filer, die Lebensgeschichte des 19-jährigen Matthew Holmes, der schizophren ist. Dieses Buch hat mehrere Preise gewonnen, wie COSTA BOOK AWARDS Book Of The Year 2013 oder den Betty Trask Prize.

Mit der richtigen Herangehensweise und sehr viel Recherche ist es sicherlich auch möglich, als nichtbehinderter Mensch ein respektvolles, akurates und unterhaltsames Buch mit Charakteren, die eine Behinderung haben, zu schreiben.

Kennt ihr gute Beispiele zum Thema Deviersität? Schreibt’s in die Kommentare oder zwitschert es mir zu auf @samswritingacc!

Schreib Retreat #1

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Mein Notizbuch und ich am Bremerhavener Hafen

Hallo zusammen,

In meinem diesjährigen Sommerurlaub wollte ich die typischen Urlaubssachen (Sightseeing, Relaxen, Sonne tanken, gutes Essen, Eis etc.) mit dem verbinden, was in den letzten Wochen dank meines Praktikums viel zu kurz gekommen ist: schreiben.
Ich habe also mein erstes Schreib-Retreat gestartet und bin mit meinem Laptop, meinem Notizbuch und viel Vorfreude in den hohen Norden, nach Bremerhaven, gefahren.

Was ich dabei gelernt habe:

Struktur ist gut, Muse ist besser

Der ursprüngliche Plan war, eine Hälfte des Tages mit Urlaubskram zu verbringen, die andere mit „Arbeit“, also schreiben. Bereits am ersten Tag habe ich diesen Plan umgeworfen, habe schon morgens bevor ich zum Hafen aufgebrochen bin, geplottet und bin dafür länger am Strand geblieben. Auch am zweiten Tag war von einer festen Struktur keine Spur, dennoch bin ich auf meinen Wordcount gekommen und das ist das, was für mich gezählt hat. Mich unter Druck zu setzen und zu sagen, dass ich nur zu bestimmen Zeiten schreiben darf, hätte nur zum Gegenteil und zum Musenstreik geführt.

Unverhofft kommt oft

Während ich morgens munter in die Tasten haute, wurde mir plötzlich klar, dass ich kurz vorm Ende des Rohentwurfs meiner Novelle stehe. Diese war eine sehr, sehr schwere Geburt und lange Zeit war ich mir gar nicht sicher, ob ich sie überhaupt beenden würde. Nachdem ich ein paar Tage vor meiner Abfahrt nach Bremerhaven beschlossen hatte, sie auf maximal 25.000 Wörter zu beschränken, fiel dadurch ein Stein von meinem Herzen und bereits 2.000 Wörter später war klar, dass ich mich im Endspurt befinde und die letzten 6.000 Wörter schnell aufs Blatt kommen würden. Dass ich so schnell zu einem zufriedenstellenden (!) Schlusspunkt kommen würde, hätte ich nicht gedacht.

Vorbereitung oder: Snacks, Snacks, Snacks!

Eine Sache, die ich leider nicht befolgt habe: Auf alles gefasst sein. Ich bin also nachmittags zurück zu meiner Unterkunft gefahren mit dem Vorhaben, ein wenig zu schreiben und abends nochmal ins Stadtzentrum zu fahren, um etwas zu essen. Allerdings habe ich nicht mit meiner Muse gerechnet, die in bester Laune war, sodass ich mich erst vom Text losreißen konnte, als es schon zu spät war, zurück in die Stadt zu fahren. Ich hatte zwar noch eine abgepackte Waffel im Zimmer, aber mehr nicht. Damit euch das nicht passiert (und mir nicht erneut): Habt immer genug Snacks zur Hand, falls eure Muse eure Pläne durchkreuzt.

Abschließend kann ich sagen, dass ich es schade finde, nicht schon früher auf die Idee gekommen zu sein. Entgegen meiner Bedenken, kam der Urlaubsteil keineswegs zu kurz und die Möglichkeit ohne Alltagsverpflichtungen zu schreiben hat zu meiner Entspannung beigetragen.

Sehr zu empfehlen!

Habt ihr schon ein Schreib-Retreat gemacht? Würdet ihr gerne? Lasst es mich in den Kommentaren oder über Twitter @samswritingacc wissen!

Take care,

Sam