Schreib Retreat #1

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Mein Notizbuch und ich am Bremerhavener Hafen

Hallo zusammen,

In meinem diesjährigen Sommerurlaub wollte ich die typischen Urlaubssachen (Sightseeing, Relaxen, Sonne tanken, gutes Essen, Eis etc.) mit dem verbinden, was in den letzten Wochen dank meines Praktikums viel zu kurz gekommen ist: schreiben.
Ich habe also mein erstes Schreib-Retreat gestartet und bin mit meinem Laptop, meinem Notizbuch und viel Vorfreude in den hohen Norden, nach Bremerhaven, gefahren.

Was ich dabei gelernt habe:

Struktur ist gut, Muse ist besser

Der ursprüngliche Plan war, eine Hälfte des Tages mit Urlaubskram zu verbringen, die andere mit „Arbeit“, also schreiben. Bereits am ersten Tag habe ich diesen Plan umgeworfen, habe schon morgens bevor ich zum Hafen aufgebrochen bin, geplottet und bin dafür länger am Strand geblieben. Auch am zweiten Tag war von einer festen Struktur keine Spur, dennoch bin ich auf meinen Wordcount gekommen und das ist das, was für mich gezählt hat. Mich unter Druck zu setzen und zu sagen, dass ich nur zu bestimmen Zeiten schreiben darf, hätte nur zum Gegenteil und zum Musenstreik geführt.

Unverhofft kommt oft

Während ich morgens munter in die Tasten haute, wurde mir plötzlich klar, dass ich kurz vorm Ende des Rohentwurfs meiner Novelle stehe. Diese war eine sehr, sehr schwere Geburt und lange Zeit war ich mir gar nicht sicher, ob ich sie überhaupt beenden würde. Nachdem ich ein paar Tage vor meiner Abfahrt nach Bremerhaven beschlossen hatte, sie auf maximal 25.000 Wörter zu beschränken, fiel dadurch ein Stein von meinem Herzen und bereits 2.000 Wörter später war klar, dass ich mich im Endspurt befinde und die letzten 6.000 Wörter schnell aufs Blatt kommen würden. Dass ich so schnell zu einem zufriedenstellenden (!) Schlusspunkt kommen würde, hätte ich nicht gedacht.

Vorbereitung oder: Snacks, Snacks, Snacks!

Eine Sache, die ich leider nicht befolgt habe: Auf alles gefasst sein. Ich bin also nachmittags zurück zu meiner Unterkunft gefahren mit dem Vorhaben, ein wenig zu schreiben und abends nochmal ins Stadtzentrum zu fahren, um etwas zu essen. Allerdings habe ich nicht mit meiner Muse gerechnet, die in bester Laune war, sodass ich mich erst vom Text losreißen konnte, als es schon zu spät war, zurück in die Stadt zu fahren. Ich hatte zwar noch eine abgepackte Waffel im Zimmer, aber mehr nicht. Damit euch das nicht passiert (und mir nicht erneut): Habt immer genug Snacks zur Hand, falls eure Muse eure Pläne durchkreuzt.

Abschließend kann ich sagen, dass ich es schade finde, nicht schon früher auf die Idee gekommen zu sein. Entgegen meiner Bedenken, kam der Urlaubsteil keineswegs zu kurz und die Möglichkeit ohne Alltagsverpflichtungen zu schreiben hat zu meiner Entspannung beigetragen.

Sehr zu empfehlen!

Habt ihr schon ein Schreib-Retreat gemacht? Würdet ihr gerne? Lasst es mich in den Kommentaren oder über Twitter @samswritingacc wissen!

Take care,

Sam